Geschichte der Standard- und GesellschaftstänzeVon religiösen Dankestänzen zu modernen Tanzveranstaltungen
Die heutigen Tänze durchlebten eine spannende Entwicklung und entstanden aus verschiedenen Tanzmotiven sowie aus Tanzschritten völlig unterschiedlicher Völkergruppen.
Getanzt wird schon seit Menschengedenken. Ursprünglich tanzte man aus religiösen Gründen und Motiven. Schon im Alten Testament tanzten Paare zur Ehre Gottes, und so war auch das „Umspringen von Opferstätten“ ein Tanz; daran erinnern heute lediglich noch ägyptische Wandmalereien. Das „Umspringen“ bedeutete ein Reinigen des Opfers und der Stätte, machte es würdig für den heiligen Dienst. Auch heute symbolisiert Tanzen unter anderem Reinheit, Einheit und Würde. Doch im Laufe der Jahrhunderte kam ein Tanzverbot für europäische Christen von Seiten der Kirche auf, da diese die öffentlich zur Schau gestellten Sinnesfreuden nicht billigte. Dennoch tanzten zumeist Adlige auf ihren Höfen weiter, erste Tanzschulen wurden im weiteren Verlauf gegründet. Mit den Tanzschulen kam auch das Ballett auf und ein guter Tanzlehrer wies neben einer perfekten Tanzausbildung auch eine erstklassige Ballettausbildung auf. Frankreich, England und Deutschland waren zu der Zeit (um 1720) führende „Tanzländer“. Die heutigen Standard- und Lateintänze, wie sie uns bekannt sind, kamen erst etwas später auf und entwickelten sich aus ganz unterschiedlichen Tänzen, Ländern und Völkergruppen. Tanzen in anderen Ländern – Die Gesellschaftstänze von EingeborenenKanada/USAIn Kanada und den USA gibt es sogenannte „Powwows“; Feste der Ureinwohner Amerikas, die mit Tänzen, Musik und Schmuck ihren Stolz zeigen. Lange waren diese Feste verboten gewesen, Kanada hatte sie und die Ureinwohner unterdrückt, ebenso war Singen und Tanzen für die Indianer verboten gewesen. Bei den „Powwows“ wird unter anderem der Grastanz getanzt, bei dem Indianer in weiten Schritten symbolisch das Gras flach treten, um den Boden für die folgenden Tänze zu bereiten. AustralienDie Tänze der australischen Ureinwohner sind sehr religiös geprägt, sie erzählen von der Schöpfung und von Geistern, werden meist aber nur bei Zeremonien wie Geburt oder Beerdigung aufgeführt. Besonders wichtig ist die bei uns eher verpönte, da als anstößig empfundene Körperbemalung (die Tänzer sind also weitestgehend nackt), die auf Religion und Glauben hindeutet und zusätzlich als Kommunikationsmittel dient. AfrikaIn Afrika, obwohl afrikanische Tänze keinesfalls pauschalisierbar sind, sind Tänze ein so fester Bestandteil des Alltages wie sonst in keinem Land, auf keinem Kontinent. Musik und Gesang gehören zu allen Tänzen; ohne solche Begleitung wären letztere nicht denkbar. Das afrikanische Volk verarbeitet sämtliche Sorgen, Freuden und sonstige Gefühle in Tänzen, es gibt zu jedem Anlass bestimmte Tänze und Lieder, die dann aufgeführt werden. Es gibt Kriegstänze, die zum Training im Umgang mit Waffen dienen, dann gibt es Liebestänze, die anmutig wirken und oft bei Hochzeiten oder in Vollmondnächten getanzt werden, Begrüßungstänze (Respekt vor den Gästen und Anmut der Gastgeber) sowie zahlreiche weitere Tänze auch für Zeremonien wie Geburt oder Tod.
Der Artikel Geschichte der Standard- und Gesellschaftstänze in Sportpolitik & Sportgeschichte unterliegt dem Urheberrecht. Jegliche Verwendung dieses Textes, auch auszugsweise, erfordert die vorherige schriftliche Erlaubnis des Autors. Autor des Artikels Geschichte der Standard- und Gesellschaftstänze ist Marina Schauer.
Ähnliche Artikel
Ähnliche Themen
Schlagworte
Mehr in Sport
|